Pasta mit Pfifferlingen – Ein Herbstgedicht auf dem Teller
Wenn die Tage kürzer werden und der erste Herbstnebel über den Wäldern liegt, beginnt die schönste Zeit für uns Pilzliebhaber. Dann nämlich haben die Pfifferlinge ihre große Stunde – und ich schwöre dir, es gibt kaum etwas Besseres als ein Teller Pasta mit diesen goldgelben Schätzen.
Ich erinnere mich noch genau an den ersten Korb voll Pfifferlinge, den mir meine Oma aus dem Wald mitbrachte. Der erdige, fast aprikosenartige Duft füllte die ganze Küche. Seitdem bin ich süchtig nach diesem Gericht – und heute verrate ich dir mein Lieblingsrezept, das ich über die Jahre perfektioniert habe.
Warum dieses Rezept einfach magisch ist
Pfifferlinge sind keine gewöhnlichen Pilze. Sie sind wie kleine Goldstücke des Waldes, die man nicht einfach züchten kann – man muss sie finden oder beim Händler des Vertrauens kaufen. Und genau das macht sie so besonders. In Kombination mit cremiger Pasta entsteht ein Gericht, das rustikal und elegant zugleich ist. Es schmeckt nach Herbstwald, nach gemütlichen Abenden und nach Zuhause.
Das Beste daran? Du brauchst keine ausgefallenen Zutaten oder Sterneküche-Techniken. Nur frische Pfifferlinge, gute Butter, einen Schuss Weißwein – und etwas Zeit, um den Moment zu genießen.
Pasta mit Pfifferlingen Rezept
Zutaten für 4 Personen

Pasta mit Pfifferlingen – Ein Herbstgedicht auf dem Teller
Ingredients
- 250 g Tagliatelle oder Pappardelle frisch oder getrocknet
- Salz für das Nudelwasser
- 300 g frische Pfifferlinge
- 2 Schalotten fein gehackt
- 2 Knoblauchzehen fein gehackt
- 40 g Butter
- 100 ml Weißwein trocken
- 150 ml Sahne oder Crème fraîche für mehr Säure
- Frischer Thymian 2-3 Zweige
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
- Frische Petersilie gehackt
- 30 g frisch geriebener Parmesan
Beim Kauf der Pfifferlinge achte darauf, dass sie fest sind und angenehm duften. Vermeide matschige oder verfärbte Exemplare. Wenn du Glück hast und selbst sammeln gehst, nimm nur die, die du sicher bestimmen kannst!
Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Pfifferlinge vorbereiten
Die Pfifferlinge vorsichtig putzen – und hier kommt der wichtigste Tipp überhaupt: Wasch sie nicht unter fließendem Wasser! Pfifferlinge saugen sich wie Schwämme voll und verlieren dann ihr Aroma. Nimm stattdessen ein leicht feuchtes Küchentuch oder eine weiche Bürste und entferne sanft Erde und Nadeln. Bei größeren Pilzen kannst du das Ende des Stiels abschneiden. Kleinere Pfifferlinge lässt du ganz, größere halbierst oder viertelst du.
Schritt 2: Nudelwasser aufsetzen
Bring einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen. Das Wasser sollte so salzig schmecken wie Meerwasser – klingt viel, aber die Pasta braucht das. Sobald es sprudelnd kocht, gibst du die Nudeln hinein und kochst sie nach Packungsanweisung. Wichtig: Koche sie nur bis knapp vor “al dente”, denn sie ziehen später in der Sauce noch nach.
Schritt 3: Schalotten und Knoblauch anschwitzen
Während die Nudeln kochen, schmilzt du 20 g Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze. Gib die fein gehackten Schalotten hinein und lass sie etwa 3 Minuten glasig dünsten – nicht bräunen! Sie sollen süß und weich werden. Dann kommt der Knoblauch dazu, aber nur für eine Minute, damit er nicht bitter wird.
Schritt 4: Pfifferlinge anbraten
Jetzt wird’s spannend: Gib die restlichen 20 g Butter in die Pfanne und dreh die Hitze etwas hoch. Wenn die Butter schäumt, kommen die Pfifferlinge dazu. Und hier bitte nicht rühren! Lass sie 2-3 Minuten in Ruhe braten, bis sie an den Rändern goldbraun werden. Dann erst wendest du sie vorsichtig. Sie geben Wasser ab – das ist normal. Brate sie so lange, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist und die Pilze eine schöne Farbe bekommen (etwa 5-7 Minuten insgesamt).
Die Pfanne darf nicht zu voll sein, sonst dampfen die Pilze statt zu braten. Lieber in zwei Portionen arbeiten, wenn du mehr Pilze hast!
Schritt 5: Mit Weißwein ablöschen
Wenn die Pfifferlinge schön gebräunt sind, löschst du mit dem Weißwein ab. Das gibt ein herrliches Zischen! Lass den Wein bei hoher Hitze etwa 2 Minuten einkochen, dabei die Thymian-Zweige hinzugeben. Der Alkohol verfliegt und zurück bleibt pure Würze. Rühr dabei den Boden ab, um alle Röstaromen aufzunehmen.
Schritt 6: Sahne hinzufügen und abschmecken
Reduziere die Hitze auf mittlere Stufe und gieß die Sahne dazu. Lass alles sanft 3-4 Minuten köcheln, bis die Sauce leicht eindickt und cremig wird. Sie sollte die Rückseite eines Löffels beschichten können. Schmeck jetzt mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab. Die Thymian-Zweige kannst du entfernen (oder drin lassen, wenn du magst).
Schritt 7: Pasta und Sauce vereinen
Hier kommt der Profi-Trick: Schöpf die Nudeln mit einer Zange oder einem Schaumlöffel direkt aus dem Kochwasser in die Pfanne zur Sauce. Das anhaftende Nudelwasser hilft, die Sauce perfekt zu binden. Schwenk alles etwa 1-2 Minuten bei mittlerer Hitze, damit sich Pasta und Sauce richtig verbinden. Wenn die Sauce zu dick wird, gib noch einen Schuss Nudelwasser dazu. Sie sollte sämig sein und die Nudeln umhüllen.
Schritt 8: Servieren und genießen
Verteile die Pasta auf vorgewärmte Teller, streue frisch gehackte Petersilie darüber und, wenn du magst, einen Hauch frisch geriebenen Parmesan. Ein letzter Dreh aus der Pfeffermühle – und fertig ist dein herbstliches Glück auf dem Teller.
Dieses Gericht schmeckt am besten, wenn du es sofort servierst. Pfifferlinge mögen es nicht, wenn man sie lange warmhält – sie werden dann zäh.
Meine persönlichen Profi-Tipps
Variante mit Speck: Wenn du es herzhafter magst, brate zu Beginn 50 g gewürfelten Speck knusprig aus und nimm ihn heraus. Im Speckfett brätst du dann die Schalotten an. Der Speck kommt am Ende als Topping drüber – herrlich!
Kräuter-Experimente: Neben Thymian passen auch Rosmarin oder ein Hauch Estragon wunderbar zu Pfifferlingen. Probier dich aus, aber bleib dezent – die Pilze sollen im Mittelpunkt stehen.
Vegane Version: Ersetze die Butter durch gutes Olivenöl oder vegane Butter, lass den Parmesan weg und nimm Hafersahne oder Cashew-Cuisine statt normaler Sahne. Schmeckt ebenfalls fantastisch!
Pasta-Wahl: Ich schwöre auf breite Bandnudeln wie Pappardelle oder Tagliatelle. Die großen Flächen fangen die Sauce perfekt auf. Aber auch Rigatoni oder Orecchiette funktionieren gut, weil die Pilzstückchen in den Mulden landen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich auch gefrorene oder getrocknete Pfifferlinge verwenden?
Ja, das geht! Gefrorene Pfifferlinge solltest du nicht auftauen, sondern direkt in die Pfanne geben – sie geben dabei allerdings mehr Wasser ab, also plane etwas mehr Zeit zum Anbraten ein. Getrocknete Pfifferlinge müssen etwa 20 Minuten in warmem Wasser eingeweicht werden. Das Einweichwasser nicht wegschütten! Es ist voller Aroma und kann statt Weißwein verwendet werden. Frische Pfifferlinge haben aber definitiv das intensivste Aroma.
Wie lange kann ich frische Pfifferlinge aufbewahren?
Frische Pfifferlinge solltest du möglichst am Kauf- oder Sammeltag verarbeiten. Im Kühlschrank halten sie sich in einem Papiertuch eingeschlagen maximal 2-3 Tage. Lagere sie niemals in Plastik – sie brauchen Luftzirkulation! Wenn du größere Mengen hast, kannst du sie putzen, kurz anbraten und dann einfrieren. So halten sie mehrere Monate.
Welcher Wein passt am besten zu diesem Gericht?
Zum Kochen verwende ich einen trockenen Weißwein, den ich auch gerne trinken würde – etwa einen Grauburgunder oder Chardonnay. Zum Gericht selbst passt genau dieser Wein perfekt als Begleitung. Wenn du Rotwein bevorzugst, wähle einen leichten wie Spätburgunder. Die erdigen Noten der Pfifferlinge harmonieren wunderbar damit. Hauptsache, der Wein ist nicht zu schwer oder tanninlastig.
Meine Sauce ist zu dünn geworden – was kann ich tun?
Kein Problem! Lass die Sauce einfach noch 2-3 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, bis sie eindickt. Alternativ kannst du einen Teelöffel kalte Butter einrühren (das nennt man “montieren”) – das bindet die Sauce und macht sie sämig. Oder du fügst einen Esslöffel Crème fraîche hinzu. Wenn du es ganz klassisch magst, kannst du auch einen halben Teelöffel Mehl in etwas kaltem Wasser auflösen und unterrühren, aber meist reicht einfach Geduld beim Einkochen.
Mein Fazit: Herbst auf dem Teller
Dieses Gericht ist für mich der Inbegriff des Herbstes. Es ist nicht kompliziert, aber es braucht Liebe zum Detail – beim Putzen der Pilze, beim geduldigen Anbraten, beim Abschmecken. Jedes Mal, wenn ich es koche, fühle ich mich wieder wie in Omas Küche, wo die Zeit noch langsamer lief und das Essen im Mittelpunkt stand.
Das Schöne an diesem Rezept ist seine Ehrlichkeit. Du brauchst keine Tricks oder Täuschungen – nur gute Zutaten und die richtige Technik. Die Pfifferlinge machen die Hauptarbeit, du musst sie nur richtig in Szene setzen.

