Pasta mit Spinat – Cremiger Traum in Grün
Es gibt diese Tage, an denen man etwas Leichtes möchte, das trotzdem satt und glücklich macht. An solchen Tagen greife ich zu diesem Rezept – Pasta mit Spinat in einer cremigen Sauce, die nach Sommer schmeckt, auch wenn draußen Schnee liegt.
Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass ich mal eine Liebeserklärung an Spinat schreibe. Als Kind musste ich die matschige, grau-grüne Pampe vom Mittagstisch essen und fand das furchtbar. Dann verbrachte ich ein Semester in Florenz und lernte dort, dass frischer Spinat mit Knoblauch, Sahne und einem Hauch Muskat etwas völlig anderes ist – samtweich, aromatisch und so verdammt lecker, dass ich drei Teller davon verdrückte. Seitdem ist Spinat-Pasta mein Wohlfühlessen schlechthin.
Was macht dieses Gericht so besonders?
Pasta mit Spinat ist wie eine warme Umarmung an einem langen Tag. Es ist cremig ohne schwer zu sein, würzig ohne aufdringlich zu sein, und es schmeckt, als hätte man sich richtig Mühe gegeben – dabei ist es in 15 Minuten fertig.
Der Trick liegt darin, frischen Spinat zu verwenden (Tiefkühl-Spinat geht auch, aber dazu gleich mehr) und ihn nicht totzukochen. Der Spinat soll zusammenfallen, aber seine leuchtend grüne Farbe behalten. In Kombination mit Sahne, Knoblauch und einem guten Schuss Parmesan entsteht eine Sauce, die so samtig ist, dass du glaubst, stundenlang daran gearbeitet zu haben.
Pasta mit Spinat Original rezept
Zutaten für 2 Personen

Pasta mit Spinat – Cremiger Traum in Grün
Ingredients
- 250 g Pasta Tagliatelle, Fettuccine oder Penne
- 400 g frischer Blattspinat oder 300 g Tiefkühl-Spinat
- 3 Knoblauchzehen fein gehackt
- 200 ml Sahne oder halb Sahne, halb Milch für leichtere Variante
- 50 g Butter
- 60 g frisch geriebener Parmesan
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
- Saft von ½ Zitrone
Frischer Spinat schrumpft beim Kochen enorm zusammen – aus 400 g wird etwa eine Handvoll. Lass dich also nicht von der Menge täuschen!
Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Spinat vorbereiten
Wenn du frischen Spinat verwendest, wasch ihn gründlich in kaltem Wasser – oft versteckt sich Sand zwischen den Blättern. Lass ihn gut abtropfen oder schleuder ihn in der Salatschleuder trocken. Die dicken Stiele kannst du bei größeren Blättern entfernen, aber bei jungem Babyspinat ist das nicht nötig. Tiefkühl-Spinat? Einfach auftauen lassen und das Wasser sehr gut ausdrücken – sonst wird deine Sauce verwässert.
Schritt 2: Pasta kochen
Bring einen großen Topf mit reichlich gesalzenem Wasser zum Kochen. Das Wasser sollte ordentlich salzig sein – wie das Meer. Gib die Pasta hinein und koch sie nach Packungsanweisung bis knapp vor “al dente” – zieh etwa 1 Minute von der angegebenen Zeit ab. Sie gart später in der Sauce noch nach. Bevor du die Pasta abgießt, rette dir unbedingt eine Tasse (etwa 150 ml) vom stärkehaltigen Nudelwasser. Das ist später Gold wert für eine samtige Sauce!
Schritt 3: Aromatische Basis schaffen
Während die Pasta kocht, schmilzt du die Butter in einer großen, tiefen Pfanne bei mittlerer Hitze. Wenn du Schalotten verwendest, dünstest du sie jetzt 2-3 Minuten glasig an. Dann kommt der gehackte Knoblauch dazu – lass ihn etwa 1 Minute duften, aber nicht braun werden! Der Duft sollte die ganze Küche erfüllen und dich schon mal hungrig machen.
Wenn du Pinienkerne verwenden möchtest, röste sie jetzt kurz in der Pfanne ohne Fett an, bis sie goldbraun sind. Nimm sie sofort raus, sonst verbrennen sie – und stell sie beiseite.
Schritt 4: Spinat zusammenfallen lassen
Jetzt kommt der spektakuläre Moment: Gib den frischen Spinat portionsweise in die Pfanne. Er wirkt erst wie ein riesiger Berg, aber innerhalb von 2-3 Minuten fällt er komplett zusammen. Rühr gelegentlich um, damit alles gleichmäßig zusammenfällt. Der Spinat sollte welken, aber seine schöne grüne Farbe behalten. Wenn du Tiefkühl-Spinat verwendest, gib ihn jetzt dazu und erhitze ihn kurz durch – etwa 2 Minuten reichen.
Schritt 5: Sahne-Sauce kreieren
Optional: Wenn du Weißwein verwendest, lösch damit jetzt ab und lass ihn 1-2 Minuten einkochen, bis der Alkohol verflogen ist. Dann gießt du die Sahne hinzu. Lass alles bei mittlerer Hitze sanft 3-4 Minuten köcheln. Die Sauce sollte leicht eindicken und den Spinat umhüllen. Jetzt reibst du eine gute Prise Muskatnuss frisch darüber – das ist der geheime Geschmacksverstärker bei Spinat! Schmeck mit Salz und Pfeffer ab.
Schritt 6: Pasta und Sauce vereinen
Gib die abgetropfte Pasta direkt in die Pfanne zur Spinat-Sauce. Wenn du Ricotta oder Frischkäse verwendest, kommt der jetzt auch dazu. Jetzt beginnt das italienische Ritual des “Mantecatura”: Schwenk die Pasta bei mittlerer Hitze etwa 1-2 Minuten in der Sauce und gib nach und nach etwas vom Nudelwasser dazu. Die Stärke im Wasser verbindet sich mit der Sahne und dem Käse und macht die Sauce seidig-cremig. Die Pasta sollte glänzen und die Sauce sie perfekt umhüllen – nicht zu trocken, nicht zu suppig.
Schritt 7: Finish mit Käse und Zitrone
Nimm die Pfanne vom Herd. Jetzt kommt der frisch geriebene Parmesan dazu – rühr ihn schnell unter, damit er schmilzt und die Sauce noch cremiger wird. Ein Spritzer frischer Zitronensaft bringt Frische und hebt alle Aromen an – fang mit der Hälfte der Zitrone an und schmeck ab. Die Säure sollte präsent, aber nicht dominant sein. Sie bringt das perfekte Gleichgewicht zwischen der cremigen Sauce und dem erdigen Spinat.
Schritt 8: Anrichten und genießen
Verteil die Pasta auf vorgewärmte Teller. Streue die gerösteten Pinienkerne darüber (falls verwendet), gib noch etwas frisch geriebenen Parmesan drauf und – wenn du magst – ein paar frische Basilikumblätter. Ein letzter Dreh aus der Pfeffermühle, vielleicht eine Prise Chiliflocken für etwas Kick, und schon ist dein cremiger Spinat-Traum fertig.
Diese Pasta schmeckt am besten frisch zubereitet. Wenn sie zu lange steht, zieht die Pasta die Sauce auf. Falls das passiert, gib einfach noch einen Schuss Sahne oder Nudelwasser dazu und erhitz alles kurz – dann wird sie wieder cremig!
Meine persönlichen Profi-Tipps
Spinat-Varianten ausprobieren: Babyspinat ist zarter und hat einen milderen Geschmack – perfekt für Spinat-Skeptiker. Großblättriger Spinat hat mehr “Biss” und einen intensiveren Geschmack. Im Sommer kannst du auch Mangold verwenden (die Stiele klein schneiden und etwas länger braten), im Frühling jungen Bärlauch für eine ganz besondere Note.
Protein-Power hinzufügen: Brate 200 g Hähnchenbruststücke oder Garnelen separat an und gib sie am Ende zur Pasta. Auch geräucherter Lachs (einfach am Ende in Stücken unterheben) passt fantastisch. Für die vegetarische Variante: Röste Kichererbsen knusprig an – die geben einen tollen Kontrast zur cremigen Sauce.
Vegane Version: Ersetze die Butter durch Olivenöl oder vegane Butter, verwende Hafer- oder Soja-Cuisine statt Sahne und lass den Parmesan weg oder nimm veganen Käse. Für die cremige Konsistenz püriere einen Teil des Spinats mit etwas Cashew-Creme und Hefeflocken – das gibt auch die würzige Käse-Note.
Muskatnuss ist Pflicht! Spinat ohne Muskat ist wie Pizza ohne Käse – funktioniert, aber warum sollte man? Verwende immer frisch geriebene Muskatnuss, nicht das alte Pulver aus der Dose. Der Unterschied ist gewaltig! Die ätherischen Öle in der frischen Muskatnuss entfalten ein ganz anderes Aroma.
Reste clever verwenden: Falls du Reste hast (was selten vorkommt, das Zeug ist zu gut!), kannst du daraus am nächsten Tag eine geniale Frittata machen. Einfach mit verquirlten Eiern vermischen, in eine Pfanne geben und stocken lassen. Oder du füllst damit Blätterteig-Taschen – im Ofen backen und du hast ein fantastisches Mittagessen.
Häufig gestellte Fragen
Mein frischer Spinat ist sandig – wie bekomme ich ihn richtig sauber?
Spinat kann wirklich hartnäckig sein mit dem Sand! Der Trick ist: Wasch ihn nicht unter fließendem Wasser, sondern füll eine große Schüssel mit kaltem Wasser und lass die Spinatblätter darin schwimmen. Der Sand sinkt nach unten. Heb den Spinat mit den Händen vorsichtig raus (nicht das Wasser abgießen, sonst kommt der Sand zurück auf den Spinat!). Wiederhole das 2-3 Mal in frischem Wasser, bis sich kein Sand mehr am Boden sammelt. Ja, das dauert etwas länger, aber der Unterschied zwischen sandigem und sauberem Spinat ist den Aufwand wert – glaub mir!
Kann ich statt Sahne auch etwas Leichteres nehmen?
Absolut! Es gibt viele Möglichkeiten, die Sauce leichter zu machen, ohne auf Cremigkeit zu verzichten. Du kannst halb Sahne, halb Milch nehmen – das spart Kalorien und schmeckt immer noch toll. Crème fraîche oder saure Sahne (zum Schluss unterrühren, nicht mitkochen!) geben eine angenehme Säure. Griechischer Joghurt funktioniert auch, aber Vorsicht: nicht zu heiß werden lassen, sonst flockt er aus. Mein Favorit für die leichte Variante: Ein Teil Frischkäse mit etwas Nudelwasser aufschlagen – gibt eine tolle Cremigkeit mit weniger Fett als Sahne.
Welche Pasta-Form passt am besten zu Spinat-Sauce?
Bei cremigen Sauces gilt: Je mehr Oberfläche die Pasta hat, desto besser! Lange, flache Nudeln wie Tagliatelle oder Fettuccine sind klassisch und funktionieren perfekt – die Sauce klebt an den breiten Bändern. Auch Pappardelle (die extra breiten) sind fantastisch. Wenn du kurze Pasta bevorzugst, nimm welche mit Rillen oder Hohlräumen: Penne rigate, Rigatoni, Conchiglie (Muschelnudeln) oder Fusilli. Die Rillen und Mulden fangen die cremige Sauce auf. Was nicht so gut funktioniert: ganz glatte Pasta wie Spaghetti – da rutscht die Sauce einfach ab.
Meine Spinat-Sauce ist grau statt grün geworden. Was ist schiefgelaufen?
Das ist tatsächlich ein häufiges Problem! Spinat wird grau, wenn er zu lange oder zu heiß gekocht wird. Die Lösung: Gib den Spinat erst gegen Ende dazu und lass ihn nur so lange in der Pfanne, bis er zusammenfällt – maximal 2-3 Minuten. Sobald die Sahne dazu kommt, sollte die Hitze auf mittlere Stufe runter. Ein weiterer Trick für leuchtend grüne Farbe: Blanchiere die Hälfte des Spinats separat für 30 Sekunden in kochendem Wasser, schrecke ihn in Eiswasser ab und püriere ihn. Diese Spinat-Paste gibst du dann am Ende zur Sauce – das intensiviert die grüne Farbe und macht sie cremiger. Und wichtig: Kein Deckel auf die Pfanne! Das Kondenswasser lässt den Spinat ebenfalls grau werden.
Warum ich dieses Rezept liebe
Pasta mit Spinat ist für mich wie ein kleiner Italienurlaub auf dem Teller. Jedes Mal, wenn ich es koche, rieche ich die Küche meiner Gastfamilie in Florenz, höre das Klappern der Töpfe und das Lachen am Esstisch. Es ist ein Gericht, das mich immer glücklich macht, egal wie stressig der Tag war.
Was ich besonders daran schätze: Es ist so wandelbar. An manchen Tagen mache ich es ganz klassisch mit nur Sahne, Knoblauch und Parmesan. An anderen füge ich Lachs hinzu und habe ein Festtagsessen. Mal ist es leicht und frisch mit extra Zitrone, mal herzhaft mit Chiliflocken und Speck. Das Grundrezept bleibt gleich, aber jedes Mal schmeckt es ein bisschen anders – je nachdem, was ich gerade brauche.
Und seien wir ehrlich: Ein Gericht, das so cremig und lecker ist und gleichzeitig eine ordentliche Portion Gemüse enthält, ist einfach genial. Man hat nicht das Gefühl, etwas “Gesundes” essen zu müssen – man will es einfach essen, weil es so verdammt gut schmeckt. Das ist für mich das Schönste an diesem Rezept.

